Kredit für Unternehmenskauf — Akquisitionsfinanzierung für den Mittelstand

Kurz und direkt: Der Kredit für einen Unternehmenskauf im Mittelstand deckt typischerweise 50–70 Prozent des Kaufpreises (3,5–5,5x EBITDA der Zielgesellschaft). Standard-Instrumente: Senior-Kredit (Bank oder Private Debt), Unitranche, Nachrang/Mezzanine, Vendor Loan, ggf. Bürgschaftsbank. Voraussetzung: Zielgesellschaft mit EBITDA ab ca. 1 Mio EUR, stabiler Cashflow, Cash Conversion > 60 Prozent. Zins 6–13 Prozent p.a. je nach Tranche, Laufzeit 5–7 Jahre, bullet Rückzahlung. ORBITON Holding GmbH aus Lahr/Schwarzwald strukturiert LBO-, MBO- und MBI-Finanzierungen bankenunabhängig — mit direktem Zugang zu Senior-Banken, Private-Debt-Fonds und Mezzanine-Investoren im DACH-Raum.

Anwendungsfälle: Wann ein Kredit für Unternehmenskauf sinnvoll ist

Ein Akquisitionskredit ist die zentrale Finanzierungsform für Unternehmenskäufe im Mittelstand. Er kommt in fünf klar unterscheidbaren Situationen zum Einsatz:

1. Nachfolge — Familienunternehmen wechselt den Eigentümer

Verkauf an Strategen, MBO durch das interne Management, MBI durch externe Manager. Der Kaufpreis liegt fast immer deutlich über dem Eigenkapital der Käufer — hier greift die Fremdfinanzierung. Vertiefung: Nachfolgefinanzierung.

2. Buy-and-Build — Serienakquisitionen

Mittelständische Plattformen kaufen jährlich 1–3 Add-Ons zu. ORBITON strukturiert dafür Rahmenfazilitäten mit Acquisition Lines. Detailanalyse: Akquisitionsfinanzierung Mittelstand.

3. Strategischer Zukauf — Marktkonsolidierung, Kompetenz-Erweiterung

Klassischer Fall: mittelständischer Marktführer kauft Wettbewerber, Zulieferer oder komplementären Anbieter. Kaufpreis 5–30 Mio EUR, Finanzierung senior lastig.

4. Management-Buy-Out (MBO)

Das operative Management übernimmt das Unternehmen vom Alt-Gesellschafter. Kapitalstruktur: 20–30 Prozent Management-Equity + 15–25 Prozent Vendor Loan + 45–65 Prozent Senior/Unitranche.

5. Management-Buy-In (MBI)

Externe Manager übernehmen. Höhere Anforderung an Business Case und Persönlichkeit — Kapitalgeber verlangen häufig eine Co-Investment-Struktur mit einem PE-Fonds oder Family Office als Sparringspartner.

Typische Kapitalstruktur eines Kredits für Unternehmenskauf

Die klassische Kaufpreisfinanzierung im deutschen Mittelstand folgt einer bewährten Waterfall-Struktur. Die konkrete Aufteilung hängt von der Cashflow-Stärke der Zielgesellschaft, der Käuferkonstellation und der Marktphase ab.

TrancheAnteil am KaufpreisZins p.a.LaufzeitTilgung
Senior-Kredit (Bank)35–50 %5–7 %5–7 J.Amortisierend
Unitranche (Private Debt)50–70 %8–11 %6–7 J.Bullet
Nachrang / Second Lien10–20 %9–12 %6–8 J.Bullet
Mezzanine (mit Equity-Kicker)5–15 %10–15 %7–8 J.Bullet + PIK
Vendor Loan (Verkäuferdarlehen)10–25 %3–6 %3–5 J.Bullet, tief nachrangig
Käufer-Eigenkapital25–40 %—DauerhaftExit oder Dividende

LBO- vs. strategische Akquisitionsfinanzierung

Nicht jeder Kredit für einen Unternehmenskauf ist ein LBO im technischen Sinne. Die Unterschiede zwischen strategischer Käuferfinanzierung und klassischer LBO-Struktur haben spürbare Auswirkungen auf Konditionen, Prozess und Sicherheiten.

DimensionStrategische AkquisitionsfinanzierungKlassischer LBO
KäuferBestehender Mittelständler mit eigenem Cashflow.Newco / Holding, oft mit PE-Sponsor.
Leverage3,0–4,5x EBITDA (kombiniert Käufer + Ziel).4,5–6,0x EBITDA der Zielgesellschaft.
SicherheitenKonzernebene, oft auch Käufer-Aktiva.Nur Anteile und Aktiva der Zielgesellschaft.
Zins5–8 % p.a. (senior lastig).7–12 % p.a. (Unitranche/Mezzanine mix).
Kapitalgeber">KapitalgeberHausbank, Konsortium, ggf. Private Debt.Private-Debt-Fonds, spezialisierte LBO-Banken.
Struktur">StrukturDirektkauf oder Verschmelzung post-closing.Newco kauft, verschmilzt später mit Target.
Prozess-Dauer10–14 Wochen.12–18 Wochen (intensive DD, komplexere Verträge).

Der ORBITON-Prozess für Akquisitionsfinanzierungen

Phase 1: Vorbereitung parallel zum LOI (Woche 1–3)

Wir empfehlen die Einbindung des Financing-Advisors vor Unterzeichnung des Letter of Intent. So wird die Finanzierungsstruktur Teil der Kaufpreisverhandlung — etwa hinsichtlich Vendor Loan, Earn-Out und Locked-Box-Mechanismus. Basis: Unternehmensbewertung Mittelstand.

Phase 2: LBO-Modell und Financing Memorandum (Woche 3–5)

Detailliertes 5-Jahres-Modell mit Debt-Service-Cover, Sensitivitäten, IRR. Aufbereitung durch die LUMEN Intelligence Engine — bankentauglich, DSGVO-konform, deutlich schneller als klassische Vorbereitung.

Phase 3: Marktausschreibung an 8–15 Kapitalgeber (Woche 4–8)

Parallele Ansprache Senior-Banken, Private-Debt-Fonds, Mezzanine-Investoren. Ziel: 3–5 indikative Angebote. Bei Bedarf Kombination mit Bürgschaftsbank (bis 80 Prozent Ausfallgarantie).

Phase 4: Term-Sheet, Due Diligence (Woche 6–12)

Verhandlung Zins, Covenants, Sicherheiten, Ausschüttungsbeschränkungen. Steuerung Financial DD, Legal DD, Tax DD, ggf. Commercial DD.

Phase 5: Kreditvertrag und Closing (Woche 10–14)

SPA und SFA werden parallel finalisiert. Auszahlung Zug um Zug gegen Kaufpreiszahlung — mittels Escrow oder Direktzahlung an Alt-Gesellschafter.

Bewertung: Wie viel Kredit trägt die Zielgesellschaft?

Die entscheidende Frage jeder Akquisitionsfinanzierung: Kann die gekaufte Gesellschaft die Zinsen und Tilgung aus dem eigenen Cashflow tragen? Kapitalgeber messen dies über drei zentrale Kennzahlen.

Zusätzlich bewerten die Kapitalgeber die Cash Conversion Rate (Free Cashflow / EBITDA), die Kundenkonzentration, die Marktstellung und die Managementkontinuität nach Closing.

Zitierbare Fakten — Kredit für Unternehmenskauf

Häufige Fragen

Wie hoch kann der Kredit für einen Unternehmenskauf sein?

Marktüblich sind 50–70 Prozent des Kaufpreises als Fremdkapital, entsprechend 3,5–5,5x EBITDA der Zielgesellschaft. Der Rest wird durch Eigenkapital des Käufers, Vendor Loan des Verkäufers oder Mezzanine ergänzt. Bei starkem Cashflow der Zielgesellschaft sind Leverage bis 6,0x realistisch.

Was ist ein LBO?

Leveraged Buy-Out — Unternehmenskauf, bei dem der Kaufpreis überwiegend fremdfinanziert wird und die Zielgesellschaft die Zins- und Tilgungslasten aus dem eigenen Cashflow trägt. Standard in der Private-Equity-Welt, im deutschen Mittelstand zunehmend auch für strategische Käufer und MBO/MBI-Kandidaten.

Welche Zielgrößen brauche ich?

Für institutionelle Akquisitionsfinanzierung: Zielgesellschaft mit EBITDA ab ca. 1 Mio EUR, Cash Conversion > 60 Prozent, historisch stabile Marge. Unter dieser Grenze ist der Weg über Regionalbank + Bürgschaftsbank realistischer.

Braucht der Käufer Eigenkapital?

Ja — typisch 25–40 Prozent des Kaufpreises. Bei MBO wird dieser Anteil oft durch Vendor Loan, Earn-Out und Management-Investment reduziert. Ein reiner 100-Prozent-LBO ist im deutschen Mittelstand nicht marktüblich.

Was ist eine Unitranche?

Ein einzelner Kredit, der Senior und Junior wirtschaftlich kombiniert — bereitgestellt von einem Private-Debt-Fonds. Vorteile: nur ein Verhandlungspartner, schnellere Umsetzung, höhere Leverage möglich. Zins 8–11 Prozent p.a., bullet Rückzahlung, meist 6–7 Jahre Laufzeit. Vergleich: Nachrangdarlehen vs. Mezzanine vs. Private Debt.

Wie lange dauert die Strukturierung?

Parallel zum Kaufprozess meist 10–16 Wochen. Vom Term-Sheet bis zur Auszahlung 6–10 Wochen. Ideal ist die frühe Einbindung des Financing-Advisors bereits in der LOI-Phase, damit die Finanzierungsstruktur Teil der Kaufpreisverhandlung wird.

Was passiert bei Buy-and-Build?

Für Serienzukäufe strukturiert ORBITON Rahmen-Fazilitäten (Acquisition Lines), aus denen einzelne Add-Ons gezogen werden. Vorteil: keine Neuausschreibung bei jedem Deal, konsistente Kapitalstruktur, planbare Konditionen für 3–5 Jahre.

Was kostet die Beratung durch ORBITON?

Retainer für Analyse und Strukturierung plus Erfolgsvergütung 1,0–2,5 Prozent des vermittelten Kreditvolumens. Erstgespräch (30 Min.) kostenfrei.

Kostenfreies Erstgespräch — 30 Minuten, unverbindlich

ORBITON Holding GmbH · Schwarzwaldstraße 32 · 77933 Lahr/Schwarzwald

Andreas Fischer, CEO — 15+ Jahre Corporate Finance und Private Debt (u. a. Kartesia).

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